Kambodscha – die Geschichte Kambodschas

Morgendlicher Blick auf den gigantischen Tempel von Angkor WatWohl kaum ein Land der Erde ist hinsichtlich seiner Landesgeschichte von so extremen Gegensätzlichkeiten geprägt wie Kambodscha. Während das einstmals größte Reich Südostasiens zur Zeit des Khmer Reiches im Zuge eines unerhörten wirtschaftlichen wie kulturellen Aufschwungs erblühte, musste das moderne Kambodscha in frühester Vergangenheit eines der wohl dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte durchleben und leidet bis heute unter den Folgen seiner tragischen Geschichte.

Kambodschas Frühgeschichte
Die ersten Spuren einer Besiedlung Kambodschas sind mehr als 6.000 Jahre alt. Bereits im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt lassen sich Handelsbeziehungen zwischen China und Indien, deren Handelsgruppen und Siedler sich am fruchtbaren Mekong Delta niederzulassen begannen, nachweisen.

Die Vorläufer des Khmer Reiches
Alte Chinesische Schriftdokumente offenbaren uns das so genannte Funan Königreich als erstes dokumentiertes Siedlungskonglomerat, welches, wie die Funde römischer Münzen nahelegen, für Händler und Geschäftstreibende ein wichtiger Knotenpunkt auf dem Weg von der westlichen in die östliche Welt dargestellt haben muss. Das Reich Funan existierte bis in das 6.Jahrhundert nach Christi Geburt und war der Religion und den sozialen Vorstellungen und Riten Indiens verschrieben. Es hatte auch in dieser Hinsicht maßgeblichen Einfluss auf die Kultur des späteren Khmer-Reiches. Als ein weiterer Wegbereiter für die spätere Khmer Kultur gilt das Chenla Königreich, welches Funan ablöste und sich bis weit ins Innere des Landes ausbreitete.

Das goldene Zeitalter der Khmer
Die Epoche des Reiches der Khmer beginnt laut Aufzeichnungen im Jahr 802 nach Christi. Sein erster König mit Namen Jayayarman II ruft sich selbst bei einer religiösen Zeremonie als Gottkönig aus. Das Reich, welches sich nun von Ankor aus über weite Teile Südostasiens auszubreiten beginnt, ist seinen Nachbarn sowohl kulturell, landwirtschaftlich und als auch architektonisch weit überlegen. Glänzender Höhepunkt der so genannten Angkor-Ära ist unter Suyavarmann II. der Bau der überdimensionalen Tempelanlage Angkor, die sich heute in der Nähe des Stadt Siem Reap befindet. Letzter strahlender Herrscher über das Reich von Angkor ist König Jayayarman VIII. Bereits kurz nach seinem Tod beginnt sich das große Imperium der Khmer aufzulösen. Noch heute besteht in Wissenschaftskreisen kein Konsens darüber, warum die Bevölkerung Angkors ihre Königsstadt und dessen Tempelanlagen in der Mitte des 15.Jahrhunderts so plötzlich verließ.

Die berühmte kambodschanische Tempelanlage Angkor Wat

Post-Angkor
Was sich in der so genannten Post-Angkor-Geschichte des Landes Kambodscha abspielte ist in Einzelheiten kaum belegt und doch bricht mit dem Fall von Angkor ein dunkles Zeitalter für die kambodschanische Landesgeschichte an. Was nun geschieht wird sich über Jahrhunderte in unterschiedlichsten Variationen und Konstellationen wiederholen und damit das traurige Schicksal dieses einst so mächtigen Reiches besiegeln: Nachbarländer, westliche Länder und deren wechselnde Allianzen werden um Kambodscha kämpfen oder es als militärischen und strategischen Stützpunkt für eigene politischen Interessen missbrauchen.

Die moderne Geschichte Kambodschas
Kambodscha war bereits seit Jahrhunderten von seinen Nachbarländern Thailand und Vietnam hart umkämpft, als König Nordom im Jahre 1887 Kambodscha vertraglich unter das Protektorat Frankreichs stellte. Dabei wurde Kambodscha als französische Kolonie ohne angemessene Gegenleistungen finanziell ausgebeutet. Als in den Folgen des zweiten Weltkrieges Indochina, und damit auch Kambodscha, unter das Regime der Japaner fiel, gelang es König Nordom auf diplomatischem Wege den Rückzug der Franzosen zu erreichen. Obwohl der buddhistische König sich stets um Neutralität bemühte, wurde der spätere Vietnamkrieg auch auf Kambodscha übertragen. Unzählige Khmer fielen in dieser Zeit amerikanischen Bombern zum Opfer.

Die Khmer Rouge
Die Armut und Angst der kambodschanischen Bauern, die Unzufriedenheit der französisch geprägten Bildungselite und nicht zuletzt der Einfluss einer kommunistischen Propaganda, die spätestens mit dem Vietnamkrieg auch die ungebildete Bevölkerungsschicht Kambodschas erreicht hatte, setzten den Nährboden für die Ideologie der Khmer Rouge, welche bereits 1975 in Phnom Penh einmarschierten und, unterstützt durch Waffenlieferungen Chinas, binnen kürzester Zeit das Land ins Unglück stürzten. Vier Jahre lang litten die Kambodschaner unter den schier unvorstellbar grausamen Führung ihrer Machthaber. Als 1979 vietnamesische Truppen Phnom Penh einnahmen, und die etwa 15.000 Führer der Roten Khmer zur Flucht zwangen, hatte die Schreckensherrschaft der Khmer Rouge bereits 3 Millionen Todesopfer gefordert. Von der systematischen Zerstörung der Infrastruktur, der Landwirtschaft und des gesamten Bildungssystems hat sich das Land bis heute nicht erholt.

Weitere Infos zu Kambodscha finden Interessierte sowohl hier als auch auf vielen anderen Webseiten mit Schwerpunkt Kultur und/oder Reise.

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